Junge Forscher untersuchen Gerresheimer Kirchenschatz

Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch (M.) und die Kunststudenten Daniela Kaufmann und Björn Meiworm mit Objekten des Kirchenschatzes.
Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch (M.) und die Kunststudenten Daniela Kaufmann und Björn Meiworm mit Objekten des Kirchenschatzes.

Studierende der Kunstgeschichte nehmen von diesem Semester an den bislang unerforschten Kirchenschatz von St. Margareta unter die Lupe. Ziel des auf zwei Semester angelegten Master-Seminars unter Leitung von Professor Dr. Andrea von Hülsen-Esch vom Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist es, die wertvollen liturgischen Gegenstände wie z.B. Monstranzen, Messgewänder und ein ottonisch-salisches Evangeliar kritisch zu bewerten, Forschungslücken zu schließen und eine zeitgemäße Vermittlung der kirchlichen Kunst zu erarbeiten.

Damit starten Heinrich-Heine-Universität, Bürgerstiftung Gerricus und Kirchengemeinde St. Margareta erstmals eine Kooperation. Die wissenschaftliche Aufarbeitung soll dazu führen, den Schatz von Mutmaßungen zu befreien und eine qualitativ hochwertige (Neu-)Einschätzung der untersuchten Objekte zu erarbeiten.
 
Am 17. November nahmen Professor Dr. Andrea von Hülsen-Esch und ihre 15 Seminarteilnehmer einige der wertvollen Stücke im Gerresheimer Stiftsgebäude erstmals im Original in Augenschein. Zur Vorbereitung auf die Arbeit mit dem Kirchenschatz hatten die Studierenden bereits eine Exkursion nach Köln unternommen, wo Teile des Kirchenschatzes derzeit restauriert werden. Professor von Hülsen-Esch bezeichnete es als „großen Glücksfall“, im 21. Jahrhundert einen so großen und bedeutenden Kirchenschatz zu finden, der noch kaum erforscht sei. Die Studierenden würden nun mit der Untersuchung und Einordnung jeweils eines einzelnen Kunstwerks sowie mit der profunden wissenschaftlichen Arbeitsweise und der Entwicklung weiterführender Forschungsfragen vertraut gemacht. „Sie lernen damit einen Teil des Aufgabenfeldes eines Museumskurators kennen und haben zugleich die praktische Relevanz ihres Studiums vor Augen,“ so von Hülsen-Esch.
 
Kunststudent Björn Meiworm, der sich für seine Studien ein Weihrauchbecken aus dem 19. Jahrhundert des Düsseldorfer Goldschmieds Conrad Anton Beumers ausgesucht hat, ist begeistert, nicht nur Abbildungen anschauen zu müssen, sondern den Gegenstand und seine Details genau betrachten und anfassen zu können.
 
Der Kirchenschatz umfasst gut 150 Objekte aus dem 10. bis zum 20. Jahrhundert. 15 davon wurden ausgewählt, um nun erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet zu werden. Kirchengemeinde St. Margareta, die Eigentümerin des Schatzes, Bürgerstiftung Gerricus, die sich für die Einrichtung einer öffentlich zugänglichen Schatzkammer in der Basilika St. Margareta einsetzt und dafür Spenden sammelt, sowie die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wollen mit der Kooperation den Forschergeist anregen und sich für die Nachwuchsförderung stark machen.
 
Am 26. Januar 2012 findet im Gerresheimer Stiftssaal unter dem Titel „Ein Schatz im Kontext“ ein Symposium mit Kunstexperten und Historikern statt. Dabei wird es auch darum gehen, Verbindungen des Gerresheimer Damenstiftes zu anderen Stiften und anderen europäischen Städten herzustellen. Schließlich spielte das Stift in Gerresheim im Mittelalter „in der oberen Liga“ mit, so Professor Andrea von Hülsen-Esch. Pfarrer Karl-Heinz Sülzenfuß erwartet, dass die Klärung von Herkunft und Bedeutung der mittelalterlichen Kunstgegenstände auch Rückschlüsse auf den Wert zulässt. Dieser lasse sich bisher nur erahnen.

Mehr über die Kunstschätze finden Sie hier.

Von Angelika Frögling

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Bürgerstiftung Gerricus
Gerricusstraße 9
40625 Düsseldorf
Telefon: +49 211 289330
Telefax: +49 211 294071
Mail

Stadtsparkasse Düsseldorf
Kontoinhaber:

Bürgerstiftung Gerricus
IBAN: DE96300501101005225782

Deutsche Bank Düsseldorf
Kontoinhaber:

Bürgerstiftung Gerricus
IBAN: DE33300700240991001900