Kreuze raus aus Schulen, Gerichten und Behörden?

Dr. Andreas Heusch, Dr. Nicola Haderlein, Michael Brockerhoff (v.l.)
Dr. Andreas Heusch, Dr. Nicola Haderlein, Michael Brockerhoff (v.l.)

Die Diskussion über Kreuze in Gerichts-sälen, die vor vier Jahren in Düsseldorf hohe Wellen geschlagen hat, ist zwar abgeebbt, aber weiterhin virulent. Sie rückt jetzt wieder in den Vordergrund durch die Aktion „Düsseldorfer Aufklärung“, die der atheistischen Bruno-Giordano-Gesell-schaft nahe steht und die all das im Staat beseitigen will, was Christliches und Reli-giöses hervorhebt. Vor diesem Hinter-grund erörterte der Präsident des Düssel-dorfer Verwaltungsgerichtes, Dr. Andreas Heusch, die rechtlichen Grundlagen, die religiöse Symbole in öffentlichen Räumen verbieten oder zulassen.

Dr. Andreas Heusch
Dr. Andreas Heusch

Ausgangspunkt waren Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, das Kreuze in Gerichtssälen und auch in Schulen als unzulässig ansieht, wenn sie die religiösen Empfindungen Andersdenkender verletzen.

 

Es gibt aber rechtliche Interpretationsmöglichkeiten, die Heusch in seinem Vortrag, den er auf Einladung der Bürgerstiftung Gerricus im Stiftssaal der Katholischen Kirchengemeinde St. Margareta hielt, darlegte. So müsse die Funktion eines Kreuzes und die Umgebung, in der es zu sehen sei, in die Bewertung mit einbezogen werden. In einer Kirche sei das Kreuz ein Symbol für den Glauben und habe appellativen, missionarischen Charakter. In einem öffentlichen Gebäude fehle diese Symbolkraft, „dort verweist es nur auf die kulturellen Wurzeln des Staates“, so Heusch. Und der ist nach Auffasung des Juristen durch christliche Werte geprägt.

 

Jeder Staat brauche eine Werteskala, sonst herrsche ein Relativismus, der alles zulasse. „Die Väter des Grundgesetzes haben deshalb in der Präambel des Grundgesetzes auf Gott Bezug genommen“, so Heusch. Auch der Grundgesetzartikel „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ beziehe sich auf die jüdisch-christliche Tradition, die die Gleichheit aller Menschen von vornherein festlege. Die Sicht sei auch grundlegend für den Staat. „Der muss auch ein Interesse daran haben, dass seine Wertvorstellungen, die erst die Freiheit seiner Bürger ermöglichen, den Bürgern deutlich werden.“ Deshalb müsse er auch in öffentlichen Gebäuden auf die kulturellen Grundlagen hinweisen. Das Kreuz als Zeichen sei eine Möglichkeit.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Bürgerstiftung Gerricus
Gerricusstraße 9
40625 Düsseldorf
Telefon: +49 211 289330
Telefax: +49 211 294071
Mail

Stadtsparkasse Düsseldorf
Kontoinhaber:

Bürgerstiftung Gerricus
IBAN: DE96300501101005225782

Deutsche Bank Düsseldorf
Kontoinhaber:

Bürgerstiftung Gerricus
IBAN: DE33300700240991001900