Gastfamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht

v.l.: Michael Horster (Stadt Düsseldorf), Ursula Hennel (SKFM) und Michael Brockerhoff (Bürgerstiftung Gerricus).
v.l.: Michael Horster (Stadt Düsseldorf), Ursula Hennel (SKFM) und Michael Brockerhoff (Bürgerstiftung Gerricus).

Immer mehr jugendliche Flüchtlinge unter 18 Jahren müssen in Düsseldorf versorgt und betreut werden. Das berichtete Michael Horster, Amtsvor-mund der Stadt Düsseldorf, auf dem Info-Abend „Jugendliche Flüchtlinge – von Eltern getrennt, minderjährig und allein gelassen?“, zu dem die Bürgerstif-tung Gerricus am vergangenen Mittwoch zusammen mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Margareta und dem Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM) in den Stiftssaal von St. Margareta eingeladen hatte.

Michael Brockerhoff begrüßt die beiden Referenten und das Publikum im Stiftssaal von St. Margareta.
Michael Brockerhoff begrüßt die beiden Referenten und das Publikum im Stiftssaal von St. Margareta.

Ziel des mit mehr als 70 Zuhörern gut besuchten Vortrags war es, Düssel-dorfer als Helfer für die Betreuung zu gewinnen. „Es werden Gastfamilien gesucht, die Jugendliche unter

18 Jahren für eine begrenze Zeit aufnehmen und ihnen Halt geben“, sagte Ursula Hennel, Fachgebiets-leiterin beim SKFM.


Aktuell sind 117 minderjährige Flüchtlinge in Einrichtungen des Ju-gendamtes untergebracht und werden von Pädagogen betreut. Oft nur in provisorischen Unterkünften wie Turnhallen, weil in den beiden städtischen Jugendschutzeinrichtungen insgesamt nur zwölf Plätze zurVerfügung stehen.

 

Die Hilfe in Familien sei ein Teil des Betreuungskonzeptes in der Stadt und komme für die Jugendlichen infrage, die eine stärkere persönliche Zuwendung brauchen, als sie in einer Jugendschutzeinrichtung geleistet werden könne, so Hennel. Die Gastfamilien würden nicht allein gelassen. „Jeder Jugendliche bekommt einen städtischen Vormund, der sich beispielsweise um alle Fragen des Ausländerrechts und der Aufenthaltsgenehmigungen kümmert“, sagte Horster. Auch den Schulbesuch regele die Stadt. So sollten die Familien entlastet werden.


SKFM bereitet Gastfamilien vor

 

Auf ihre Aufgabe würden die Gastfamilien vom SKFM vorbereitet, beispielsweise durch Familienberatung, durch Gruppentreffen, durch Dolmetscher in der Beratung, so Hennel. „Wir zeigen zudem Verarbeitungsmöglichkeiten von Fluchterfahrungen auf“, erklärte Hennel. Oft seien die Jugendlichen von den Familien weggeschickt worden, damit sie nicht aktiv in Kriegsaktivitäten eingebunden werden. Auf der Flucht müssten sie oft Gewalt und sexuelle Übergriffe erleiden. Und sie würden darunter leiden, dass sie ein stabiles emotionales Zuhause verloren hätten.


„Aber die Jugendlichen stehen auch unter einem gewissen Druck, wenn die Familie sie beauftragt hat, den Nachzug zu organisieren oder sie finanziell zu unterstützen“, berichtete Hennel. Eine Gastfamilie biete die Möglichkeit, dass sich die Jugendlichen in ihrer schwierigen Lebensphase nicht allein gelassen fühlten.

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