Ein Garten für die Sinne

Bewohnerinnen,  Michael Brocker-hoff und Harald Blank betrachten den Wasserlabyrinthstein im neuen Sinnesgarten. (Foto: A. Fröhling)
Bewohnerinnen, Michael Brocker-hoff und Harald Blank betrachten den Wasserlabyrinthstein im neuen Sinnesgarten. (Foto: A. Fröhling)

Es ist eines der ältesten und größten Projekte der Bürgerstiftung Gerricus, das nun zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Umso schöner, wenn dann auch noch das Wetter passt: Bei hochsommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein genossen es die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflege- und Altenheims Gerricusstift in Gerresheim, die neuen Gartenlagen einzuweihen. Herzstück der Neugestaltung ist ein geschützter Sinnesgarten, der mit duftenden Kräutern, blühenden Blumen, mit Wind-, Wasser- und Klangspielen sowie einer Duftorgel insbesondere Menschen mit Demenzerkrankungen Anregungen für alle Sinne und Orientierung bietet. Neue Sitzbänke im westlichen Teil des Gartens und ein großzügiger, repräsentativer Vorplatz mit weiteren Sitzbänken, einem Wasserspiel, neuen Pflanzen und einem neuen Bodenbelag laden zum Verweilen an der frischen Luft ein.

Ein Bewohner des Gerricusstifts probiert das neue Klangspiel im Sinnesgarten aus.
Ein Bewohner des Gerricusstifts probiert das neue Klangspiel im Sinnesgarten aus.

„Wir freuen uns, dass wir dank der Unterstützung durch die Bürgerstiftung Gerricus ansprechende und abwechs-lungsreiche Begegnungsorte für Bewohner, Mitarbeiter und Gäste schaffen konnten“, sagte Remy Reuter, Leiter

des Gerricusstifts, bei der Eröffnung.

 

Vor allem der Sinnesgarten sei für Demenzkranke, die inzwischen rund 80 Prozent der 103 Bewohner ausmachten, eine große Bereicherung, so Reuter. Nun müssten die demenzkranken Bewohner, die häufig einen hohen Bewegungsdrang haben, nicht mehr warten, bis sie Jemand nach draußen begleitet. Den abgeschlossenen Teil des Gartens können sie nun auch alleine nutzen. Ein barrierefreier Zugang, eine gute Beleuchtung und eine Rufanlage für den Notfall sorgen dort –wie auch im gesamten Garten - für Sicherheit.

Die Duftorgel weckt mit verschiedenen Gerüchen die Erinnerung.
Die Duftorgel weckt mit verschiedenen Gerüchen die Erinnerung.

Finanziert hat den Sinnesgarten die Bürgerstiftung Gerricus. „Vom Sinn eines solchen Gartens konnte die Bürgerstiftung Gerricus viele Menschen überzeugen, sodass im Laufe der jahrelangen Planungen viele Spenden gewonnen werden konnten, darunter eine sehr großzügige von einer Privatperson, aber auch Gelder von Unternehmen“, erzählte der Vorstandsvorsitzende Michael Brockerhoff.

 

Insgesamt hat die Bürgerstiftung Gerricus rund 100.000 Euro an Spenden für den Sinnesgarten, für die Umgestaltung des Zufahrtsbereichs vor dem Eingang des Gerricusstifts zu einer einladenden Sitzecke und für die zusätzliche Ausstattung der Gartenanlagen, z.B. mit einem Wasserlabyrinthstein, einem Kugelbrunnen und einem von Künstlern gestalteten Windspiel, gesammelt. 

Die neue Vogelvoliere bietet Gesprächsstoff: Einrichtungsleiter Remy Reuter unterhält sich mit einer Bewohnerin und einer Alltagsbegleiterin.
Die neue Vogelvoliere bietet Gesprächsstoff: Einrichtungsleiter Remy Reuter unterhält sich mit einer Bewohnerin und einer Alltagsbegleiterin.

Besonders beliebt bei den Bewoh-nerinnen und Bewohnern sei die Voliere, in der zehn bunte

Kanarienvögel munter zwitschern, berichtet Gerricusstift-Mitarbeiterin Corinna Siwon. Aber auch das Klang-spiel im Sinnesgarten, ein so genann-tes Dendrophon, komme gut bei den Bewohnern an. „Manche spielen sehr schöne Melodien darauf, die sogar noch in den Wohnbereichen zu hören sind und die Bewohner neugierig machen“, ergänzt Corinna Siwon.

Bewohnerinnen des Gerricusstifts und Angelika Fröhling (l.), Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Gerricus, betrachten die Kräuter auf den mobilen Pflanztischen im Garten.
Bewohnerinnen des Gerricusstifts und Angelika Fröhling (l.), Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Gerricus, betrachten die Kräuter auf den mobilen Pflanztischen im Garten.

Der Sinnesgarten mit seinen verschiedenen Stationen zum Riechen, Sehen, Hören und Schmecken ist nicht isoliert zu sehen, sondern er ist Bestandteil der gesamten Grünanlagen rund um das Gerresheimer Pflege- und Altenheim, die nach einem

durchgängigen Konzept unter der Leitung von Landschaftsarchitekt Harald Blank angelegt wurden. Dazu gehören zum Beispiel im offenen Gartenbereich mehrere Pflanztische, an denen auch Rollstuhlfahrer Blumen pflanzen und Kräuter ernten können, sowie eine Sitzgruppe im Halbrund mit Bäumen und Blumen, auf die auch die Bewohner von einem neu errichteten Balkon herabblicken können.

Eines der beiden neuen Windspiele des Gerricusstifts. (Alle Fotos: A. Fröhling)
Eines der beiden neuen Windspiele des Gerricusstifts. (Alle Fotos: A. Fröhling)

 „Wenn ein Gartenbesucher eine Rose betrachtet und ihren Duft einatmet, kann er sich möglicherweise an frühere Erlebnisse und Empfindungen erinnern“, weiß Harald Blank. „Nicht zuletzt kann der Aufenthalt im Garten Begegnungen ermöglichen und Kontakte vertiefen“, ergänzt Michael Brockerhoff. Das ent-spreche dem Leitgedanken ‚Begegnungen fördern‘ der Bürgerstiftung Gerricus.

 

Um Begegnungen zu fördern und um einen großen Wunsch der Bewohner aufzugreifen, regte die Bürgerstiftung Gerricus auch die Umgestaltung des Eingangsbereichs zu einer schönen Terrasse mit Bänken und Sonnenschirmen an und übernahm die Finanzierung. Nun sitzen die Bewohnerinnen und Bewohner gerne vor dem Haupteingang, um die Sonne zu genießen und den Alltagsbetrieb mitzubekommen. „Damit stehen unseren Bewohnern nun viele Möglich-keiten offen, das Außengelände zu nutzen“, so Remy Reuter.

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