Deutsche Premiere: Oratorium „Via Crucis“ von Pawel Lukaszewski

Komponist war hochzufrieden mit der Aufführung in der Basilika St. Margareta

 

Die deutsche Erstaufführung des Oratoriums "Via Crucis" von Pawel Lukaszewski an Palmsonntag in der Basilika St. Margareta war ein wunderbares Erlebnis. Leiter Klaus Wallrath, Gemeinde St. Margareta, Bürgerstiftung Gerricus ... 

... und der Förderkreis für Musik danken sehr herzlich dem Sprecher, den drei Solisten, dem Kammerchor St. Margareta und der neuen philharmonie duisburg für ihre großartige Leistung. Wunderbar war auch die Spendenbereitschaft für dieses kulturelle Ereignis: Bei der Bürgerstiftung Gerricus sind 2.220 Euro an zweckgebundenen Spenden für das Konzert eingegangen. Dadurch konnte die Stiftung einen Zuschuss von insgesamt 4.220 Euro geben. Gemeinsam mit den zahlreichen Konzertbesuchern sowie den weiteren Unterstützern, dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Kulturministerium NRW und dem Landesmusikrat NRW haben die Spender dazu beigetragen, dass das Konzert komplett finanziert werden konnte.

Dabei war ein solcher Erfolg bei einem so modernen Konzert nicht unbedingt zu erwarten. Anderen Zuhörern ging es vielleicht ähnlich: Mit einer Mischung aus Neugier und Skepsis (moderne Sakralmusik?! Wie mag das wohl klingen?!) saß die Verfasserin dieser Zeilen an Palmsonntag in der Basilika St. Margareta,Düsseldorf-Gerresheim, und wartete auf den Beginn des Oratoriums „Via Crucis“ von Pawel Lukaszewski.

Der polnische Komponist saß ebenfalls im Publikum. Er war eigens aus Warschau angereist, um sich die deutsche Erstaufführung anzuhören. In vielen Ländern der Erde wurde sein bedeutendes Passionsoratorium für Sprecher, drei Solisten, achtstimmigen Chor und großes Orchester bereits aufgeführt, aber noch nie in dem Polen benachbarten Deutschland. Unter den Zuhörern waren auch der stellvertretende Generalvikar des Erzbistums Köln Monsignore Markus Bosbach, der Kölner Erzdiözesankirchenmusikdirektor Richard Mailänder sowie Vertreter des polnischen Generalkonsulats und des Polnischen Instituts Düsseldorf.

Als Dirigent und Leiter Klaus Wallrath dann den Taktstock erhob und den Musikern der neuen philharmonie duisburg sowie dem Kammerchor St. Margareta den Einsatz gab, passierte es: Die Autorin dieser Zeilen zuckte zusammen und bekam eine Gänsehaut, so gewaltig und eindringlich drangen die erste Töne und die Worte „Via Crucis“ („Der Kreuzweg“) des Chores in die Ohren der Zuhörer. Ein „Gänsehautgefühl“ hatte die Autorin schon öfters in einem Konzert, aber noch nie haben sich bei ihr dabei de facto die Härchen an den Armen aufgestellt.

 

Was in den gut 60 Minuten Konzert folgte, war ein Erlebnis der Extraklasse. Die Musik schilderte in eindrucksvoller Tonsprache den Kreuzweg Jesu und besondere Instrumente wie die Röhrenglocken in Kombination mit den Celli ließen die Konzertbesucher regelrecht die Geißelhiebe und das Zusammenbrechen Jesu unter dem Kreuz spüren.

 

Der Kammerchor St. Margareta beeindruckte bei diesem anspruchsvollen Stück mit glasklaren Stimmen und einer äußerst professionellen Leistung. Dank der deutschen Übersetzung im Programmheft konnte auch der Nicht-Lateiner dem lateinischen Gesangstext gut folgen. Beeindruckend stimmgewaltig zeigten sich auch die Solisten Seung-Ho Choi (Countertenor), Giovanni da Silva (Tenor) und Bernhard Hüsgen (Bariton) sowie der Sprecher Norbert Hermanns.

 

Das die vierzehn Stationen des Kreuzweges umfassende Stück war sicher keine leichte Kost, allein schon nicht wegen des Themas, doch den dramatischen Passagen folgte ein immer wiederkehrendes, melodisches „Qui passus es pro nobis, Iesu Christe, miserere nobis“ („Der du für uns gelitten hast, Jesus Christus, erbarme dich unser.“) der Sopranstimmen. So konnte der Zuhörer stets ein wenig entspannen. Am Ende des Werkes erklang ein so packender musikalischer Ausblick auf die Auferstehung Jesu, dass die Konzertbesucher noch gefühlt minutenlang das Ganze auf sich wirken ließen und absolut still in den Kirchenbänken saßen, bis der Applaus einsetzte. Dieser wurde dann jedoch reichlich gespendet.

 

Das Konzert war ein großer musikalischer Höhepunkt und ein würdiger Abschluss der ökumenischen Reihe zum Christusfest 2017, die von der katholischen und evangelischen Kirche in Gerresheim sowie von der Bürgerstiftung Gerricus und der evangelischen Stiftung „Gerresheim Gemeinsam“ in der Fastenzeit auf die Beine gestellt wurde. Die Aufführung an Palmsonntag zeigte zudem, dass das Oratorium „Via Crucis“ zu Recht zu den bedeutendsten Schöpfungen der Sakralmusik der letzten Jahrzehnte gezählt wird. Deshalb war es zwar ein mutiges, aber auch längst überfälliges Unterfangen, das 1999 komponierte Werk von Pawel Lukaszewski in Deutschland zur Aufführung zu bringen. Das muss man Musikdirektor Klaus Wallrath und den Ausführenden hoch anrechnen. Im wahrsten Sinne hoch anrechnen muss man auch den Unterstützern, dass sie das Konzert mit ihrem finanziellen Beitrag ermöglicht haben: das Kulturamt der Landes-hauptstadt Düsseldorf, das Kulturministerium NRW, der Landesmusikrat NRW, die Bürgerstiftung Gerricus, der Förderkreis für Musik an der Basilika St. Margareta, das polnische Institut Düsseldorf sowie die großzügigen Einzelspender.

Der bereits am Vortag angereiste Komponist zeigte sich schon nach der Generalprobe hochzufrieden über das Ergebnis der intensiven Proben in den Wochen vor dem Konzert. Dass er stolz auf die deutsche Erstaufführung war, konnte man ihm auch an Palmsonntag ansehen, als er am Schluss bescheiden lächelnd neben den Solisten vor dem Publikum stand.

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