Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds gegründet

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24. November 2017

Stifterin Anne Katharina Sondenheimer und Michael Brockerhoff, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Gerricus bei der Vertragsunterzeichnung.

Am kommenden Sonntag, auch „Totensonntag“, „Ewigkeitssonntag“ und „Christkönigsfest“ genannt, wird an die Verstorbenen, und an die Vergänglichkeit des Lebens gedacht und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft thematisiert. Der Tag bietet Anlass, um zu trauern und Trost zu suchen, aber auch um die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen und einen Aufbruch in etwas Neues zu wagen.
Wie Trauer und Trost tatsächlich zu einem nachhaltigen Aufbruch führen können, beweist Anne Katharina Sondenheimer. Die Ehefrau des Piloten Patrick Sondenheimer, der im März 2015 den Absturz einer Germanwingsmaschine in den französischen Alpen nicht verhindern konnte und ums Leben kam, hat unter dem Dach der Bürgerstiftung Gerricus einen Stiftungsfonds gegründet und nach ihrem Mann benannt.

„Eine sehr persönliche Entscheidung“ sei es gewesen, den Stiftungsfonds „Patrick–Sondenheimer-Stiftungsfonds“ zu nennen. „Aber ich sehe es als Auftrag mit seinem Namen etwas aufzubauen, dass uns zusammenhält.“

Mit dem „Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds“ möchte Anne Katharina Sondenheimer Kinder und Jugendliche in Lebens- und Trauerkrisen unterstützen und begleiten. „Nach dem Tod meines Mannes haben meine beiden Kinder und ich sehr viel Unterstützung bekommen“, sagt Anne Katharina Sondenheimer.

Die Familientrauerbegleitung durch das Institut „Merlinos – Lehre und Begleitung der kindlichen Seele in Kaarst, Susanne Kraft und Detlef Bongartz“, gab Anne Katharina Sondenheimer und ihren beiden Kindern Stärkung und Orientierung in den vergangenen Jahren. Aufgrund dieser wertvollen Erfahrung reifte der Gedanke, einen „Patrick-SondenheimerStiftungsfonds“ zu gründen.

„Die Kollegen meines Mannes haben Unvorstellbares geleistet. Es wurde viel gespendet. Das möchte ich nun gerne jungen Menschen und ihren Familien zu teil werden lassen – jungen Menschen, deren Welt durch den Verlust eines ihnen nahestehenden Menschen wackelt und wieder gefestigt werden muss“, so Anne Katharina Sondenheimer.

Ziel des Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds ist es, dass Kinder und Jugendliche, die Eltern, Geschwister, Großeltern oder andere nahe Angehörigen verloren haben, lernen, mit diesem Verlust zu leben und neue Hoffnung bekommen. Insbesondere soll Kindern und Jugendlichen, die im Seelsorgebezirk der katholischen Pfarrgemeinde St. Margareta im Düsseldorfer Osten leben, durch eine professionelle und individuelle Trauerbegleitung eine Zukunftsperspektive aufgezeigt werden.

Das Logo des Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds

Dass eine solche Begleitung oft Jahre dauern kann, weiß die zweifache Mutter aus eigener Erfahrung. Sie selbst sowie ihre Kinder nehmen auch zweieinhalb Jahre nach dem Tod von Patrick Sondenheimer professionelle Hilfe in Anspruch. „Den Tod eines engen Familienangehörigen ist insbesondere für Kinder nicht einfach zu bewältigen“, sagt Anne Katharina Sondenheimer. Deshalb sei es ihr ein Anliegen, dass durch den Stiftungsfonds eine professionelle Unterstützung auch Kindern und Jugendlichen zugutekommt, deren Eltern es sich finanziell nicht leisten könnten.

Ein erstes Projekt hat sie mit dem Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds bereits umgesetzt. Sie unterstützt die Supervision der zertifizierten systemischen Kinder-, Jugend- und Familientrauerbegleiterin Petra Mainka-Bersch, die als Musiklehrerin auch mit Flüchtlingskindern arbeitet. Darüber erfährt sie oft schlimme Schicksale und unterstützt die Kinder auf ihrem Weg durch die Trauer. Um die vielen Lebens-geschichten, von denen sie in ihrer Tätigkeit erfährt, stärkend zu verarbeiten, bedarf es einer professionellen Supervision.

Nun hofft Anne Katharina Sondenheimer auf Unterstützung und viele Spenden für den Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds. Denn neben der Finanzierung der individuellen Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche hat die Juristin noch weitere Ideen: „Angedacht ist ein Theaterprojekt für Kinder, mit dem auf die Themen Trauer und Trost altersgerecht aufmerksam gemacht werden soll.“

Für Michael Brockerhoff, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Gerricus, ist der Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds eine ausgezeichnete Bereicherung der Bürgerstiftung Gerricus. Schließlich unterstützte die Bürgerstiftung Gerricus im Rahmen ihres Schwerpunkts „Hospiz“ in der Vergangenheit die Ökumenische Hospizgruppe Gerresheim und finanzierte die Ausbildung von Elke Bonn, Leiterin der Kita St. Margareta, zur zertifizierten Trauerbegleiterin. „Dank des Engagements von Frau Sondenheimer kann nun auch die Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen verstärkt werden“, so Michael Brockerhoff.

Neben dem Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds hat die Bürgerstiftung Gerricus einen weiteren Stiftungsfonds aufgenommen: Der CHD-Koppenburg Stiftungsfonds, dessen Stifter nicht genannt werden möchte, hat sich die Arbeit für Bedürftige, insbesondere die einmalige Unterstützung von unverschuldet in Not geratenen Menschen, zur Aufgabe gemacht. „Auch dieser Stiftungsfonds ergänzt unsere Arbeit hervorragend, da bislang Einzelförderungen nicht möglich waren“, sagt Michael Brockerhoff.

Beide Stiftungsfonds freuen sich über Spenden, damit die Hilfe für Kinder und Jugendliche bzw. für Menschen in Notlagen größer werden kann. Spenden zugunsten einer der beiden Fonds bitte auf eines der beiden Konten der Bürgerstiftung Gerricus mit der wichtigen Angabe unter Verwendungszweck: „Patrick-Sondenheimer-Stiftungsfonds“ bzw. „CHD-Koppenburg Stiftungsfonds“. Bei der zusätzlichen Angabe von Name und Adresse wird eine Spendenquittung zugeschickt.